| 1. Weiberdonnerstag |
Karnevalistisch ziehen die Kinder an Weiberdonnerstag von Haus zu Haus um Süßigkeiten zu sammeln. Dabei singen sie: "Ich bin ein kleiner König, gib mir nicht zu wenig, lass mich nicht zu lange steh`n, denn ich muss noch weiter geh'n." |
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| 2. Fastnachtsdienstag |
Die Weinsfelder Kinder und Jugendliche sammeln in bunten Faschingskostümen
in den einzelnen Haushalten Eier, die anschließend als Eierkuchen verzehrt werden. |
| 3. Burgbrennen |
Nach altem heidnischen Brauch wird der Winter mit einem großen Burgfeuer,
in Form eines mit Stroh umbundenen Holzkreuzes, vertrieben. Die Jungen sammeln dazu das Stroh. Sie singen: "Strie, Strie zur neier Burch, die Al die as verbraant, die Nei die kinnt and land." ("Stroh, Stroh für die neue Burg, die Alte ist verbrannt, die Neue kommt ins Land.")
Für das leibliche Wohl sorgen die Mädchen, indem sie u. a. Mehl, Zucker, Eier, Milch und Speck sammeln. Daraus backt das zuletzt vermählte Ehepaar des Dorfes Waffeln, Mutzen und Speckpfannekuchen.
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4. Klappern |
Die Kirchenglocken fliegen der Legende nach in der Karwoche - ab Gründonnerstagmittag bis am Karsamstagabend - nach Rom und ertönen daher in diesen Tagen nicht. Vielmehr übernehmen die Klapperjungen und –mädchen während dieser Zeit morgens, mittags und abends das Kirchläuten mit ihren hölzernen Klappern.
Beim morgendlichen wie abendlichen Klappern rufen die Kinder „Et lockt Bettglock“ („Es läutet die Betglocke“ ).
Mittags heißt es: „Et lockt Mettisch“ („Es läutet zu Mittag“).
Vor den Kreuzwegandachten rufen die Klapperjungen auf dem Hinweg „Et lockt zum irschten“ („Es läutet zum ersten“) während es auf dem Rückweg „Et lockt zu Hof“ (Es läutet zur Kirche“) heißt.
In der Osternacht kündigen die Jugendlichen dann mit dem Spruch „Leeck, stot upp, sus as den Herrjott vieran ich ob.“ („Leute, steht auf, sonst ist der Herrgott vor euch auf.“ ) die Auferstehung des Herrn an.
Ihren verdienten Lohn in Form von Eiern und Geld sammeln die Klapperjungen und –mädchen dann am Ostersonntag ein. Wurden in den Vortagen gemeinsame Klapperregeln missachtet, oder nicht regelmäßig teilgenommen, so muss dann mit „Eiabzug“ gerechnet werden. |
| 5. Kirmes |
Jedes Jahr im Mai (Stichtag: 10. Mai) wird die Kirmes mit dem traditionellen Aufstellen des Kirmesbaums eröffnet. |
| 6. Hannebachprozession |
Auch heute noch wird an das Kriegsgelübde erinnert, wenn Weinsfelder und Niederprümer im September an der Hannebachprozession teilnehmen. |
| 7. Martinszug |
Im Anschluss an einen Familiengottesdienst findet der St. Martinsumzug statt. Er wird vom Musikverein
Niederprüm musikalisch unterstützt und von der Feuerwehr Weinsfeld begleitet. Am Martinsfeuer, welches die Dorfjugend errichtet hat, klingt der Abend
gemütlich aus. |
| 8. "Streppen" |
„Streppen“ bezeichnet den Loskauf eines Mädchens durch ihren Freund - auch „Freier“ genannt – der außerhalb der Dorfgemeinde wohnt. Nach mehrmaligem Besuch seiner Freundin lauert die Dorfjugend ihm auf und fordert mit folgendem Spruch „Jagdzoll“: "Wir haben vernommen, sie sind gekommen, zu pflücken die schönste Rose aus unserer Mitte. Dies können wir nicht länger dulden, darum stehen sie in unseren Schulden." Der „Gestreppte“ muss daraufhin einen Geldbetrag zahlen, der dann in der Kneipe gemeinsam verzehrt wird.
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| 9. "Spessen" |
Das „Spessen“, welches in seiner heutigen Form erst nach dem zweiten Weltkrieg bekannt wurde, bezeichnet einen festlichen Brauch anlässlich einer Hochzeit. Die Dorfjugend besucht dabei die Feierlichkeiten des Hochzeitspaares mit einem kleinen Präsent und singt den frisch Vermählten ein Ständchen. Als Gegenleistung erhalten die Jugendlichen einen üppig gefüllten Korb mit Essen und Getränken, der anschließend im Dorfgemeinschaftshaus geleert wird.
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